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ACHTUNG! Neuanerkennung von Lehrpraxen notwendig
Aufgrund der Ärzteausbildungsordnung (ÄAO) 2015 muss für Auszubildende nach der neuen ÄAO ab 1.6.2015 eine Neuanerkennung der Lehrpraxis erfolgen. Nähere Informationen dazu erhalten Sie bei der ÖÄK bzw. bei der Ärztekammer für Kärnten.

In Kärnten bleibt der/die Lehrpraktikant/-in im Stammkrankenhaus angestellt. Die Finanzierung der Lehrpraxis erfolgt nach folgendem Schlüssel: 32,5% Sozialversicherung, 32,5% Land, 25% Bund und 10% Lehrpraxisinhaber.

Der Turnusarzt hat seit August 1986 die Möglichkeit, sich auch in einer vom Gesundheitsministerium anerkannten Lehrpraxis auszubilden, um speziell auf die Besonderheiten und Anforderungen der primärärztlichen Versorgung unter Praxisbedingungen vorbereitet zu werden (Erfüllung des Gesetzesauftrages Ärztegesetznovelle 1974). Über deren Finanzierung wird seither diskutiert. Seit 2010 gibt es einen Kollektivvertrag für Lehrpraktikanten.
Unter www.aekktn.at finden Sie alle Informationen aktuell, wie die Liste der Lehrpraxisinhaber, Rechtsgrundlagen, einen Mustervertrag sowie das Ansuchen um Anerkennung als Lehrpraxis. Bei der ÖÄK finden Sie das Rasterzeugnis.

Die Wichtigkeit der Lehrpraxis in der Ausbildung zum Arzt für Allgemeinmedizin
Es ist notwendig und nicht nur vorteilhaft, daß der Turnusarzt schon vor seiner Niederlassung mit der Verschiedenheit der Kranken und des Krankseins in Klinik und Praxis konfrontiert wird. Eine Einführung in die Allgemeinpraxis ist nur extra muros in einer allgemeinmedizinischen Lehrpraxis möglich. Hier soll der Turnusarzt mit den medizinischen, psychosozialen, kassentechnischen, organisatorischen, räumlichen, personellen und finanziellen Möglichkeiten, aber auch mit den zeitlichen, ökonomischen, administrativen und personellen Handlungszwängen der Praxis bekanntgemacht werden, die im Rahmen einer guten hausärztlichen Primärversorgung unausgelesener Kranker in der ersten ärztlichen Linie zu lösen sind. Er soll hier erstmalig auch den Kranken als Ganzes, also integrativ, in seinem Zuhause, seinem psychosozialen Umfeld, mit den Wechselbeziehungen zwischen ihm und seiner familiären und beruflichen Umwelt erleben, ebenso die typische - oft Jahrzehnte dauernde - haus- und familienärztliche Langzeitbetreuung mit all ihren Problemen, auch nichtmedizinischer Art. Er sammelt hier erstmalig Erfahrungen und erhält die Informationen, die er kaum anderswo in diesem Umfang vermittelt bekommen kann, und das in einer Lehrsituation unter vier Augen.

Der angehende Turnusarzt soll in der Zeit des Praktikums in einer Lehrpraxis in die spezifische Arbeit des Hausarztes eingeführt und zu selbständiger Arbeit herangeführt werden. Dazu ist es notwendig, daß er zuerst die Scheu vor der Alleinverantwortung verliert. Durch die Zusammenarbeit mit dem verantwortlichen Lehrpraxisleiter soll er die nötige Sicherheit bekommen, die er zur alleinverantwortlichen Arbeit benötigt (ähnlich einem Rechtsanwaltsanwärter als Konzipient eines erfahrenen Anwaltes).

Wie aus einer Studie des Österreichischen Institutes für Allgemeinmedizin und des Spitalsärzteverbandes unter Krankenhausärzten hervorgeht, fühlen sich 57 % der Spitalsärzte für die Niederlassung als praktischer Arzt ungenügend vorbereitet, wenn sie nur im Spital weitergebildet wurden. Welche Gründe beziehungsweise Kritiken werden dabei angegeben?
Zitat: "Ausbildung nur an den 3 % Klinik- und Spitalspatienten, die von der Praxis ans Krankenhaus abgegeben werden, keine Einarbeitung in selbständiges Handeln in Eigenverantwortung, nur einseitige Ausbildung auf Fachabteilungen, Spitalsausbildung allein ist keine Vorbereitung für die Praxistätigkeit, Fünf-Sinne-Diagnostik wird zugunsten der technischen Diagnostik vernachlässigt, keine Erfahrung mit methodischem Vorgehen bei sogenannten Bagatellfällen, keine theoretischen Grundlagen für Allgemeinmedizin, mehr lernen am Erfahrungsschatz älterer praktischer Ärzte, Degradierung des Turnusarztes zum Zuschauer, Spritzengeber und Krankengeschichtenschreiber." Zitatende

Wieviel Monate Lehrpraxis? >>> Video der JAMÖ, Prag 2013

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