Weiterbildung in bio-psycho-sozialer Medizin

Ein modernes ganzheitliches, d. h. philosophisch-erkenntnistheoretisch begründetes und forschungsgestütztes Verständnis von Gesundheits- und Krankheitsprozessen im Sinne einer Integrierten Humantherapie wird gegenwärtig am besten über das bio-psycho-soziale Modell vermittelt. Dieses Modell versucht alle Phänomene von Gesundheit und Krankheit konsequent als dynamische Wechselwirkung von biologischen, psychischen und sozio-ökologischen Faktoren in ihren pathogenen und salutogenen Aspekten zu beschreiben und im empathischen Mitvollzug zu verstehen, diese unterschiedlichen Faktoren dann in ihrer jeweiligen aktuellen Relevanz zu bewerten und dies alles in einem dialogischen Abstimmungsprozess mit dem Patienten unter Berücksichtigung seiner subjektiven Krankheitstheorien für die Behandlungsstrategie zu nützen. Es werden auf diese Weise Außenperspektive (biologischer Aspekt), Innenperspektive (subjektiv-erlebnismäßiger Aspekt) und Metaperspektive (sozio-ökologischer Aspekt) in einem „sowohl als auch“ und nicht in einem „entweder – oder“ in Diagnostik und Therapie potentiell immer mitbedacht und mitberücksichtigt, auch wenn - je nach spezifischer Situation und Patient – sehr oft Einzelaspekte im Vordergrund stehen.
Die Weiterbildung in den PSY-Modulen psychosoziale, psychosomatische und psychotherapeutische Medizin der Österreichischen Ärztekammer (ÖAK) trägt dieser komplexen, mehrperspektivischen Sichtweise Rechnung und bietet daran interessierten Ärztinnen und Ärzten ein entsprechendes Curriculum an. Das Österreichische Institut für Allgemeinmedizin (ÖIfAM) organisiert seit 1991 die Module für psychosoziale und psychosomatische Medizin im Auftrag des Referates für psychosoziale, psychosomatische und psychotherapeutische Medizin der Ärztekammer für Kärnten.

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